Das Präsens beschreibt Gegenwart, Gewohnheiten, allgemeine Wahrheiten und oft auch nahe Zukunft. Auf A2-Niveau kommen mehr unregelmäßige Verben und Satzmuster dazu.
Ich arbeite jeden Tag.
Morgen fahre ich nach Köln.
Sie nimmt den Bus.
Perfekt: regelmäßige und unregelmäßige Partizipien
Das Partizip II bildet man je nach Verbtyp unterschiedlich: regelmäßig mit ge-...-t, unregelmäßig oft mit ge-...-en, bei trennbaren Verben mit ge zwischen Präfix und Stamm.
machen – gemacht
gehen – gegangen
einkaufen – eingekauft
besuchen – besucht
Achtung: Verben mit untrennbarem Präfix wie be-, er-, ver-, zer- bekommen kein "ge-": "besucht", nicht "gebesucht".
Präteritum häufig verwendeter Verben
Das Präteritum wird bei sein, haben und Modalverben sehr häufig benutzt. In schriftlichen Texten erscheint es auch bei vielen Vollverben.
Ich war krank.
Sie hatte Glück.
Wir mussten warten.
Futur I auf Grundniveau: werden + Infinitiv
Futur I bildet man mit "werden" + Infinitiv. Es kann echte Zukunft, Versprechen, Vorhersage oder Vermutung ausdrücken.
Ich werde morgen anrufen.
Es wird sicher regnen.
Wir werden pünktlich sein.
Modalverben im Präsens und Präteritum
Modalverben sind im Präsens und Präteritum unregelmäßig. In der Vergangenheit verwendet man sie häufig im Präteritum statt im Perfekt.
Ich kann kommen.
Ich konnte nicht kommen.
Sie musste arbeiten.
Müssen, sollen, dürfen, können, wollen, mögen
Diese Modalverben unterscheiden Pflicht, Empfehlung, Erlaubnis, Fähigkeit, Wunsch und Vorliebe. Die genaue Bedeutung hängt stark vom Kontext ab.
Du musst zahlen.
Du sollst den Arzt anrufen.
Darf ich hier sitzen?
Ich mag Kaffee.
Achtung: "Nicht müssen" bedeutet keine Pflicht; "nicht dürfen" bedeutet Verbot.
Reflexive Verben
Reflexive Verben beziehen sich auf das Subjekt zurück. Manche sind echt reflexiv, andere können auch nicht-reflexiv benutzt werden.
Ich wasche mich.
Sie freut sich.
Wir treffen uns um acht.
Reflexivpronomen im Akkusativ und Dativ
Reflexivpronomen stehen im Akkusativ oder Dativ. Der Dativ erscheint oft, wenn es zusätzlich ein Akkusativobjekt gibt.
Ich wasche mich.
Ich wasche mir die Hände.
Sie kauft sich ein Kleid.
Achtung: Bei Körperteilen im Deutschen oft Dativ + Artikel: "Ich wasche mir die Hände", nicht "meine Hände" in neutralem Stil.
Verben mit Dativ
Einige häufige Verben verlangen ein Dativobjekt, auch wenn andere Sprachen dort ein direktes Objekt benutzen würden.
Ich helfe dir.
Das gefällt mir.
Sie dankt dem Lehrer.
Verben mit Akkusativ
Viele deutsche Verben verlangen ein Akkusativobjekt. Der Akkusativ beantwortet oft die Frage "wen oder was?".
Ich sehe den Film.
Wir kaufen einen Tisch.
Er besucht seine Eltern.
Verben mit Dativ und Akkusativ
Einige Verben haben zwei Objekte: meist eine Person im Dativ und eine Sache im Akkusativ.
Ich gebe dem Kind den Ball.
Sie schreibt ihrer Freundin eine Nachricht.
Er zeigt uns die Wohnung.
Verben mit Präpositionen
Viele Verben stehen fest mit einer Präposition und einem bestimmten Kasus. Diese Kombinationen lernt man am besten als Einheit.
warten auf + Akkusativ: Ich warte auf den Bus.
sprechen mit + Dativ: Sie spricht mit dem Chef.
denken an + Akkusativ: Ich denke an dich.
Nomen im Nominativ, Akkusativ und Dativ
Nomen verändern sich meistens über Artikel und Begleiter, nicht stark über die Nomenform selbst. Nominativ, Akkusativ und Dativ zeigen die Rolle im Satz.
Der Mann sieht den Hund.
Der Hund folgt dem Mann.
Ich gebe dem Kind einen Apfel.
Genitiv auf Grundniveau
Der Genitiv zeigt Zugehörigkeit und erscheint nach einigen Präpositionen. In der Alltagssprache wird Zugehörigkeit oft mit "von + Dativ" ausgedrückt.
das Auto meines Vaters
wegen des Wetters
der Anfang des Films
Artikeldeklination
Artikel ändern ihre Form nach Genus, Numerus und Fall. Die Formen der Artikel sind ein Schlüssel zum Verständnis deutscher Satzstruktur.
der Mann, den Mann, dem Mann
die Frau, der Frau
das Kind, dem Kind
Possessivartikeldeklination
Possessivartikel funktionieren wie ein-Artikel und bekommen passende Endungen. Sie richten sich nach dem Nomen, nicht nach der besitzenden Person allein.
mein Vater
meine Mutter
mit meinem Bruder
für meine Schwester
Negativartikel kein
"Kein" ist die negative Form von ein/eine oder von Nullartikel im Plural. Es wird nach Fall, Genus und Numerus dekliniert.
Ich habe keinen Bruder.
Sie trinkt keinen Kaffee.
Wir haben keine Fragen.
Adjektivdeklination nach bestimmtem Artikel
Nach der, die, das trägt der Artikel schon viele grammatische Informationen. Das Adjektiv bekommt deshalb oft die schwache Endung -e oder -en.
der gute Film
die gute Idee
das gute Essen
mit dem guten Freund
Adjektivdeklination nach unbestimmtem Artikel
Nach ein/eine muss das Adjektiv teilweise mehr Information tragen, besonders im Nominativ und Akkusativ. Darum heißt es z. B. "ein guter Film".
ein guter Film
eine gute Idee
ein gutes Buch
einen guten Film
Adjektivdeklination ohne Artikel auf Grundniveau
Ohne Artikel trägt das Adjektiv besonders viel grammatische Information. Dieses Muster findet man häufig bei Plural, Stoffnamen und festen Wendungen.
frischer Kaffee
kaltes Wasser
gute Freunde
mit gutem Gewissen
Steigerung der Adjektive und Adverbien
Adjektive und viele Adverbien werden mit Komparativ und Superlativ gesteigert. Der Superlativ steht oft mit "am" oder vor einem Nomen mit Artikelendung.
schnell – schneller – am schnellsten
der schnellste Zug
Sie spricht besser Deutsch als ich.
Lokale Präpositionen
Lokale Präpositionen beschreiben Ort oder Position. Der Kasus hängt von der Präposition und manchmal von der Bedeutung ab.
Ich wohne in der Stadt.
Das Bild hängt an der Wand.
Der Schlüssel liegt auf dem Tisch.
Temporale Präpositionen
Temporale Präpositionen geben Zeitpunkte, Zeiträume, Dauer oder Reihenfolge an. Häufig sind um, am, im, seit, vor, nach, während und bis.
um acht Uhr
am Montag
im Sommer
seit zwei Jahren
Direktionale Angaben: wohin, wo, woher
Deutsch unterscheidet Richtung, Ort und Herkunft sehr klar. Die Fragen "wohin?", "wo?" und "woher?" helfen bei Präposition und Kasus.
Wohin gehst du? – In die Stadt.
Wo bist du? – In der Stadt.
Woher kommst du? – Aus der Stadt.
Nebensätze mit weil, dass, wenn, ob
Nebensätze ergänzen einen Hauptsatz. Mit weil, dass, wenn und ob steht das konjugierte Verb am Ende des Nebensatzes.
Ich bleibe zu Hause, weil ich müde bin.
Sie sagt, dass sie kommt.
Ich weiß nicht, ob er Zeit hat.
Achtung: Im Nebensatz steht das konjugierte Verb am Ende: "dass er kommt", nicht "dass kommt er".
Verbendstellung im Nebensatz
In eingeleiteten Nebensätzen steht das konjugierte Verb am Ende. Bei zusammengesetzten Verbformen stehen oft mehrere Verbteile am Ende.
Ich glaube, dass er Deutsch lernt.
Sie kommt, wenn sie Zeit hat.
Ich weiß, dass er kommen kann.
Infinitiv mit zu auf Grundniveau
Infinitivgruppen mit "zu" ergänzen viele Verben, Adjektive und Nomen. "Zu" steht direkt vor dem Infinitiv; bei trennbaren Verben steht es zwischen Präfix und Verb.
Ich versuche zu schlafen.
Es ist schön, dich zu sehen.
Ich habe keine Lust, aufzuräumen.
Um…zu für Zweck
"Um ... zu" drückt Zweck oder Absicht aus. Es funktioniert, wenn Hauptsatz und Infinitivgruppe dasselbe Subjekt haben.
Ich lerne Deutsch, um in Deutschland zu studieren.
Sie spart Geld, um ein Auto zu kaufen.
Achtung: Bei unterschiedlichen Subjekten braucht man meist "damit": "Ich helfe dir, damit du schneller fertig wirst".
Dass-Sätze
Dass-Sätze geben Inhalte von Denken, Sagen, Wissen, Hoffen oder Fühlen wieder. Der dass-Satz ist oft Objekt des Hauptsatzes.
Ich glaube, dass er recht hat.
Sie hofft, dass das Wetter gut wird.
Es ist wichtig, dass du pünktlich bist.
Indirekte Fragen mit ob und W-Wörtern
Indirekte Fragen stehen nach Ausdrücken wie "Ich weiß nicht", "Kannst du mir sagen" oder "Ich frage mich". Ja-Nein-Fragen beginnen mit "ob".
Ich weiß nicht, ob er kommt.
Kannst du mir sagen, wo der Bahnhof ist?
Sie fragt, wann der Kurs beginnt.
Relativsätze auf Grundniveau
Relativsätze geben zusätzliche Informationen zu einem Nomen. Das Relativpronomen richtet sich nach Genus und Numerus des Bezugswortes und nach seiner Funktion im Relativsatz.